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Domanialschule
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Domanialschulen entstanden in der Folge des Ersten Weltkriegs im Saargebiet, das von 1920 bis 1935 gemÀà der Artikel 45 bis 50 des Versailler Vertrags (dort als âTerritoire du Bassin de la Sarreâ bezeichnet) vom Völkerbund regiert wurde. Dieser erteilte 1920 das Mandat zur Verwaltung des Saargebiets an Frankreich, das damit auch das Recht erhielt, im Saargebiet eigene Schulen zu unterhalten. Diese ursprĂŒnglich fĂŒr die Kinder der BeschĂ€ftigten der französischen Grubenverwaltung (Administration des mines domaniales françaises) gedachten Schulen sind als Domanialschulen bekannt und wurden von der französischen Bergverwaltung zum Teil auch fĂŒr deutsche Volksschulkinder geöffnet oder speziell fĂŒr diese eingerichtet.
Contents
âą Schulkampf
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
GrĂŒndungsgeschichte
Die Domanialschulen (Ăcoles Domaniales) waren ein Instrument der französischen Besatzungsmacht im Kontext des auf 15 Jahre befristeten Völkerbund-Mandats, an dessen Ende die Abstimmung der Saarbewohner ĂŒber die Zukunft ihres Landes stehen sollte. Die Kinder sollten in den Domanialschulen, in denen meist auf Französisch unterrichtet wurde, mit der französischen Sprache und Kultur vertraut gemacht werden, in der Hoffnung, dass sie Jahre spĂ€ter bei der Abstimmung 1935 fĂŒr den Verbleib des Saargebiets bei Frankreich votieren wĂŒrden.
âIn ihren Rapporten an das französische AuĂenministerium brachten die Leiter der französischen Schulen Gauthier, sowie das Mitglied der Regierungskommission Morize klar zum Ausdruck, dass die Kinder der Domanialschulen fĂŒr die französische Sache gewonnen werden sollten. Die SchĂŒler wĂŒrden bei der Saarabstimmung 1935 mit Sicherheit eher fĂŒr einen Anschluss an Frankreich stimmen. Der französische Abgeordnete DĂ©sirĂ© Ferry betonte [im Februar 1923], dass die WerbemaĂnahmen fĂŒr die Domanialschulen nicht ausreichend seien und man den Druck auf die saarlĂ€ndischen Arbeitnehmer der Grubenverwaltung verstĂ€rken mĂŒsse.âcite-ref-1[1]
Die im Volksmund Franzosenschulen benannten Domanianschulen waren laut dem Versailler Vertrag erlaubt und sollten den Kindern der BeschĂ€ftigten der französischen Grubenverwaltung offen stehen.cite-ref-ilgemann2-2-0[2] Die Schulen âwurden nur an Grubenstandorten und nur auf grubeneigenem GelĂ€nde und auf Kosten der einzelnen Gruben errichtetâ.cite-ref-krebs-3-0[3] Die Bergverwaltung ging allerdings ĂŒber die Begrenzung der Zielgruppe auf die Kinder der BeschĂ€ftigten der Grubenverwaltung hinaus und öffente die Schulen fĂŒr alle Volksschulkinder.cite-ref-ilgemann2-2-1[2] Ab 1920 kam es zur GrĂŒndung von insgesamt 24 Domanialschulen.cite-ref-4[4]
| Nr. | Ort [ 5 ] | Eröffnung | SchĂŒler 1929 | SchĂŒler 1932 | SchĂŒler 1934 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Clarenthal | | 24 | 59 | 28 |
| 2 | Dillingen/Saar | 1921 | 115 | 95 | 85 |
| 3 | Dudweiler | | 147 | 250 | 83 |
| 4 | Elversberg | | 225 | 319 | 269 |
| 5 | Fenne (Völklingen) | | 61 | 64 | 48 |
| 6 | Schiffweiler-Heiligenwald | 22. November 1922 | 133 | 135 | 92 |
| 7 | Hostenbach | | 45 | 126 | 71 |
| 8 | Grube Reden | 1922/23 | 205 | 166 | 113 |
| 9 | Luisenthal (Völklingen) | | | 70 | 101 |
| 10 | Grube Velsen | 1925 | 223 | 326 | 193 |
| 11 | Merchweiler | | | 52 | 60 |
| 12 | Neunkirchen | | 62 | 189 | 61 |
| 13 | PĂŒttlingen | Mai 1924 | 89 | 142 | 104 |
| 14 | SaarbrĂŒcken -Stadt [ 6 ] | 1921 | 38 | 42 | 118 |
| 15 | JĂ€gersfreude | | 95 | 192 | 62 |
| 16 | Saarlouis [ 7 ] | 1920 | 40 | 139 | 134 |
| 17 | Engelfangen | | | 37 | 26 |
| 18 | St. Ingbert | Ostern 1923 | | 95 | 42 |
| 19 | Werbeln | | | 24 | 9 |
| 20 | Schiffweiler | | | 120 | 53 |
| 21 | Sulzbach | 1920 | 300 | 383 | 336 |
| 22 | Völklingen | Ostern 1921 | 57 | 66 | 45 |
| 23 | Von der Heydt | | 43 | 70 | 27 |
| 24 | Wiebelskirchen | | | 66 | 84 |
| 25 | Maybach | Diese Schule wird ohne weitere Angaben von Ilgemann erwÀhnt. [ 8 ] | Diese Schule wird ohne weitere Angaben von Ilgemann erwÀhnt. [ 8 ] | Diese Schule wird ohne weitere Angaben von Ilgemann erwÀhnt. [ 8 ] | Diese Schule wird ohne weitere Angaben von Ilgemann erwÀhnt. [ 8 ] |
| Summe der DomanialschĂŒler | | | 1902 | 3227 | 2244 |
| SchĂŒler an deutschen Volksschulen | | | 105630 | 117949 | 119630 |
| Prozentualer Anteil der DomanialschĂŒler | | | 2,0 | 3,8 | 2,6 |
Schulkampf
Krebs spricht von einem Höchststand von 4400 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern an Domanialschulen im Jahre 1924, Ilgemann von 5000 bis 5300 im Jahre 1925. Die Tabelle verdeutlicht, wie stark die SchĂŒlerzahlen in den Folgejahren sanken und wie unbedeutend sie im Vergleich zu der Zahl von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern an deutschen Schulen waren. Da half es auch wenig, âdass die Grubenverwaltung die Schulen finanziell besser ausstattete als vergleichbare deutsche Volksschulen und als Anreiz fĂŒr SchĂŒler und Eltern besondere Leistungen gewĂ€hrte, wie z. B. unentgeltliche Lernmittel, PrĂ€mien und Geschenke, bevorzugte Vergabe von Wohnungen und Vermittlung von ArbeitsplĂ€tzen usw. TatsĂ€chlich wurden vom französischen Staat erhebliche Geldmittel in diese Schulen investiert.âcite-ref-9[9]
Dass diese MaĂnahmen nicht ausreichten, um in nennenswerter Weise Kinder fĂŒr die Domanialschulen zu gewinnen, lag an der französischen Besatzungspolitik und ĂuĂerungen wie die von dem oben schon zitierten Abgeordneten DesirĂ©e Ferry. Im Saargebiet befĂŒrchtete man, dass Frankreich â nicht nur mit seinen SchulplĂ€nen â âeine gewisse âAcculturationâ, eine Art kulturelle Zwangsanpassung (âPenĂ©tration culturelleâ) an die französische MentalitĂ€t beabsichtige. Eine BefĂŒrchtung, die, von nationalistischen Kreisen weidlich ausgenutzt, im spĂ€teren Abstimmungskampf neben der Grubenenteignung eine groĂe Rolle spielen sollte.âcite-ref-10[10] Aus diesem GefĂŒhl heraus lehnten âBergleute und ihre Familien, die Zielgruppe der Domanialschulen, [...] Formen und Inhalte des Unterrichts als ideologisch einseitig ab. Die Schulpolitik der Mines Domaniales wurde auch von der breiten Bevölkerung als Indoktrination und unzulĂ€ssigen Eingriff in die zeitgenössische deutsche Schulbildung an der Saar empfunden. Der schulpolitische Versuch der Mines Domaniales fĂŒhrte gerade nicht zu einer profranzösischen Vertrauensbildung, sondern zur gegenteiligen Reaktion: Fortan wurde in den staatlichen deutschen Schulen des Saargebietes alles getan, was der nationalen IdentitĂ€tsbildung der Kinder als Deutsche dienlich sein konnte. 1923 verschĂ€rfte sich die schulpolitische Lage durch den Saar-Bergarbeiterstreik (Februar bis Mai 1923), der nur oberflĂ€chlich ein Kampf um Löhne war.âcite-ref-krebs2-11-0[11]
In der Folge wurden die âKinder in Domanialschulen als sozialpolitische Manövriermasse benutztâcite-ref-krebs2-11-1[11], Angriffe gegen DomanialschĂŒler hĂ€uften sich, Förderern der Schulen wurde mit Nachteilen und Verfolgung gedrohtcite-ref-ilgemann10-8-1[8] und insbesondere die Bergleute, an deren Kinder sich ja die Schulen richteten, gerieten zwischen die Fronten.
âDie Bergleute waren als Arbeitnehmer von dem Monopolarbeitgeber Mines Domaniales abhĂ€ngig, wenn sie nicht samt Familie ihre Heimat verlassen wollten. Man drohte den Bergleuten, ihre Söhne spĂ€ter nicht auf den Gruben anzulegen (als ArbeitskrĂ€fte zu beschĂ€ftigen), falls diese nicht die Domanialschulen besuchten, und belohnte die betroffenen Kinder mit einem Geldgeschenk von 10 Frs. Offiziell bestritt die Grubenverwaltung dieses Vorgehen. Diese Vorgehensweise des französischen Bergfiskus trug zur weiteren VerhĂ€rtung der politischen Fronten bei. [âŠ] Wer seine Kinder von Domanialschulen abmeldete, galt als VerrĂ€ter am französischen Arbeitgeber und verlor den Arbeitsplatz. Wer sie weiter in diese Schulen schickte, galt als VerrĂ€ter an der deutschen Sache und wurde von der Deutschen Front bedroht, die Familie mĂŒsse das Saargebiet nach 1935 verlassen, wenn ihre Kinder weiterhin zur Domanialschule gingen.â
â
Gerhild Krebs
Je nĂ€her es auf den Tag der Saarabstimmung rĂŒckte, desto aggressiver wurde die Stimmungsmache gegen Frankreich und die Domanialschulen, wie es Ilgemann am Beispiel Maybach beschreibt. âIn einem Klima des offenen Terrors gelang es der Völkerbundsregierung nicht mehr, den DomanialschĂŒlern und ihren Angehörigen das GefĂŒhl von Sicherheit zu gewĂ€hrleisten und so kam es 1934 zu einer regelrechten Massenflucht aus der Domanialschule, die zwei Tage vor der Saarabstimmung völlig zusammenbrach.âcite-ref-ilgemann10-8-2[8]
Ilgemann geht davon aus, dass die SaarlĂ€nder zwischen 1920 und 1935 materiell besser gestellt waren als die Reichsbevölkerung, âund dennoch griff die Propaganda gegen den vermeintlichen Erzfeind Frankreich.âcite-ref-13[13] Motor der Kampagne war schon frĂŒh der nach dem Ersten Weltkrieg als Kriegsverbrecher verurteilte Hermann Röchling und die von ihm mit ins Leben gerufene Deutsche Front. Als Kommerzienrat Knöchting nur leicht verfremdet, lieĂ ihn Gustav Regler in seinem 1934 veröffentlichten âAgitations- und Heimatroman Im Kreuzfeuerâcite-ref-14[14] in einer Rede an seine leitenden Angestellten die Strategie der Domanialschulgegner verkĂŒnden: âDie französische Domanialschule muss als Schreckenskammer hingestellt werden fĂŒr jeden, der sein Kind noch hinzuschicken wagt. Drohen Sie mit Entlassung! Wir mĂŒssen uns als FĂŒhrer auch auĂerhalb des BĂŒros zeigen.âcite-ref-15[15]
Im realen Leben ĂŒbernahm Röchling 1933 die Verantwortung fĂŒr ein anonymes Flugblatt an die Deutschen VĂ€ter! Deutschen MĂŒtter!, das völkisch-national gegen den Besuch Französischer Schulen agitierte.cite-ref-16[16] In diesem Flugblatt hieĂ es:
âWEM DIENT DIE FRANZĂSISCHE SCHULE! NUR DEN FRANZĂSISCHEN GEWALTPOLITIKERN UND IHRER EROBERUNGSSUCHT! NUR DEN SPITZELN UND TREIBERN, DIE VON IHR LEBEN! Du kennst die gewissenlosen Agitatoren, die werbend in Deine Wohnung eingedrungen sind. Du kennst die HĂ€uptlinge der französischen Propaganda, von denen alle Deutsche mit Verachtung abrĂŒcken. Du kennst die Angeber der französischen Grubenverwaltung, die Deine Kameraden um Arbeit und Brot gebracht haben. Du kennst Sie, die Deinen aufrechten Freund mit Familie aus ihrer Wohnung haben werfen lassen. Du willst doch nicht 1935 nach Lothringen auswandern wie so mancher, der schon jetzt seinen RĂŒckzug nach Frankreich vorbereitet? Du kennst ja das traurige Los der rheinischen Separatisten, die jetzt in den Kasernen von Metz und Diedenhofen zusammengepfercht leben mĂŒssen, von allen verachtet und gemieden. WeiĂt Du, dass die französische Schule jĂ€hrlich Millionen ĂŒber Millionen kostet, um die Dein kĂŒmmerlicher Arbeitslohn gekĂŒrzt ist. WOHIN GEHĂRT DEIN KIND - IN DIE DEUTSCHE SCHULE! In Deine Schule! In die Schule Deiner VĂ€ter! In die Schule Deiner Volksgenossen! In die Schule deutscher Sprache und deutschen Geistes! DEUTSCHER MANN! DEUTSCHE FRAU! Es geht um die Ehre Deines Kindes! Es geht um die Zukunft Deines Kindes! Es geht um Deinen deutschen Namen, um Deine nationale Ehre! Es geht um Ehre und Zukunft des ferndeutschen Saarvolkes! DENKE AN 1935! Dann willst Du doch mit gutem Gewissen zu unsern deutschen BrĂŒdern und Schwestern zurĂŒckkehren! Dann soll doch Dein Kind nicht mit einem Makel zur deutschen Schule zurĂŒckkehren mĂŒssen! Sollen dann Deine Kinder Deine AnklĂ€ger werden? Dann willst Du doch sicher nicht zu dem verachteten HĂ€uflein derer gehören, denen ihr Vaterland um ein Linsengericht feil gewesen ist? Dann willst Du doch sicher nicht ohne Freunde, einsam und verlassen dastehen, weil Du dich in des Saarlandes Notzeit auĂerhalb der Kampffront Deiner deutschen Volksgemeinschaft gestellt hast! NOCH IST ES ZEIT! - ABER NICHT LANGE MEHR. Lasse Dein Kind in der deutschen Schule! Melde den Schulneuling nicht in der französischen Schule an! FĂŒhre Dein Kind sofort heraus aus der französischen Schule und zurĂŒck zur deutschen Volksschule! Deine Kinder und Dein Volk werden Dir es dereinst danken!â
â
Hermann Röchling
:
anonymes Flugblatt
Die Saat ging auf, und am 13. Januar 1935 votierten 90,73 % aller SaarlĂ€nder fĂŒr den Anschluss an das Deutsche Reich. Dem zugrunde lag nicht nur die massive Hetze und Propaganda von rechts, sondern auch âeine extreme FehleinschĂ€tzung der regionalen MentalitĂ€t seitens Frankreichâ, durch die sich der forcierte Aufbau von Domanialschulen als ideologischer Bumerang erwies.cite-ref-18[18]
Domanialschulen und Emigration
Noch weniger als ĂŒber die Domanialschulen selber ist ĂŒber ihre Rolle als vorĂŒbergehender Schutz- und Arbeitsort fĂŒr politische FlĂŒchtlinge aus dem NS-Staat bekannt, die hier bis zur Saarabstimmung eine halbwegs sichere Bleibe fanden. Einer der wenigen, der darĂŒber berichtete, war Heinrich Rodenstein. Nach seiner Entlassung aus dem Schuldienst emigrierte Rodenstein im Juli 1933 nach Holland. Mit Hilfe der hollĂ€ndischen Lehrergewerkschaft organisierte er im November 1933 seine Ăbersiedelung in das Saargebiet. Hier arbeitete er 1933/34 als Lehrer an zwei Domanialschulen und wohnte mit seiner Frau Marta im Emigrantenheim in der Gemeinde Von der Heydt.cite-ref-19[19] Er selbst schreibt darĂŒber: âAm 20. November 1933 bewarb ich mich bei der Grubenverwaltung um Anstellung an einer Domanialschule. Neben der Arbeitsmöglichkeit sah ich auch eine politische und pĂ€dagogische Aufgabe. Meine Zeugnisse, Einstellungs- und Entlassungspapiere hatte meine Frau bei ihrer Ausreise nach Holland mitgebracht. Anfang Januar 1934 erhielt ich die Mitteilung, dass ich an der Domanialschule in der TalstraĂe in SaarbrĂŒcken angestellt wĂŒrde. Zum 1. Februar 1934 wurde ich an die Domanialschule in Saarlouis versetzt, wo ich bis zu unserer Emigration nach Frankreich blieb.âcite-ref-20[20] Rodenstein war bewusst, dass âdiese Schulen eine kulturpolitische Flankierung der französisch annektionistischen Politik dar[stellten]â. Er erkannte aber auch einen Wandel in der âstark vermindertenâ SchĂŒlerschaft in der Zeit nach 1933. âNeben die Kinder der echten âFrancophilenâ traten jetzt die Kinder aller NS-Gegner der status-quo-AnhĂ€nger, besonders der Juden, der Sozialisten und Kommunisten aller Schattierungen. Die Grubenverwaltung musste auch Acht geben, dass nicht Nazi-Lehrer an die Domanialschulen gelangten.â Am 16. Januar 1935, dem Tag nach der Saarabstimmung, âkam kein Kind mehr in die Domanialschule in Saarlouisâ.cite-ref-21[21] Im Februar 1935 verlieĂen die Rodensteins das Saargebiet und gingen ins Exil nach Frankreich.
Auch die ebenfalls aus Braunschweig stammenden ehemaligen Lehrerstudenten und Mitglieder der dortigen Sozialistischen Studentengruppe Hermann und Grete Ebeling flohen ins Saarland, wo Hermann Ebeling vom 3. November 1933 bis zum 1. MĂ€rz 1935 als Lehrer an Domanialschulen unterrichten konnte.cite-ref-22[22]
Literatur
Die Domanialschulen sind bis heute weitgehend unerforscht. AuĂer den beiden AufsĂ€tzen von Krebs und Ilgemann gibt es keine neueren Arbeiten. Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek fĂŒhrt das Stichwort Dominialschule zu keinen Treffern, und auch der WorldCat verzeichnet nur zwei Publikationen, die aber nur begrenztes Quellenmaterial bieten. FĂŒr einzelne Aspekte hilfreich ist das umfangreiche Literaturverzeichnis, das Ilgemann seinem Beitrag zufĂŒgte, und das auf umfangreiches Quellenmaterial verweist.
Weblinks
âą Gerhild Krebs: Domanialschulen im Saargebiet (1920â1935), 3. Auflage 2009.
âą Gerhild Krebs: Dorfschulbau im Saargebiet (1920â1935)
⹠Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«. Die französischen Domanialschulen in der Völkerbundszeit, Vortragsmanuskript vom 22. Juni 1993.
âą Die Domanialschule in Dillingen.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Arnold Ilgemann: âFranzosenschulenâ, pdf-Seite 5
cite-note-ilgemann2-22. â Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«, pdf-Seite 2
cite-note-krebs-33. â Gerhild Krebs: Domanialschulen im Saargebiet, pdf-Seite 1
cite-note-44. â Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«, pdf-Seite 3
cite-note-51. Diese Tabelle basiert der bei Arnold Ilgemann (pdf-Seite 3) nachgedruckten Tabelle (dort keine Quellenangabe). Die Eröffnungsdaten stammen teils von Ilgemann, teils aus Internetrecherchen.
cite-note-62. An dieser Schule in der TalstraĂe unterrichtete im Januar 1934 auch Heinrich Rodenstein, bevor er an die Domanialschule in Saarlouis versetzt wurde. (Heinrich Rodenstein: Saargebiet)
cite-note-73. Vom 1. Februar 1934 an bis zur Saarabstimmung 1935 unterrichtete hier Heinrich Rodenbstein. (Heinrich Rodenstein: Saargebiet)
cite-note-ilgemann10-88. Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«, pdf-Seite 10
cite-note-99. â Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«, pdf-Seite 5â6
cite-note-1010. â Horst Wilhelm: Saarabstimmung 1935: Heim ins Reich! Vor 75 Jahren entschieden sich die SaarlĂ€nder fĂŒr Deutschland, in: Unser BlĂ€ttsche, Ausgabe 61, Februar 2010
cite-note-krebs2-1111. â Gerhild Krebs: Domanialschulen im Saargebiet, pdf-Seite 2
cite-note-124. Gerhild Krebs: Domanialschulen im Saargebiet, pdf-Seite 2-3
cite-note-1313. â Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«, pdf-Seite 11
cite-note-1414. â Gerhild Krebs: Gustav-Regler-Stein
cite-note-1515. â Gustav Regler: Im Kreuzfeuer (online)
cite-note-1616. â Siehe dazu: Wolfgang von Hippel: Hermann Röchling 1872â1955. Ein deutscher GroĂindustrieller zwischen Wirtschaft und Politik. Facetten eines Lebens in bewegter Zeit, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-31062-5, hier vor allem Abschnitt IV: âSaarkampfâ 1919-1935 - ein Kampf an mehreren Fronten, und dort Kapitel 17 und 18.
cite-note-175. Zitiert nach Arnold Ilgemann: »Franzosenschulen«, pdf-Seite 18-19
cite-note-1818. â Gerhild Krebs: Domanialschulen im Saargebiet, pdf-Seite 3
cite-note-1919. â Bernhild Vögel: Entlassen, verfolgt, zurĂŒckgekehrt â sozialistische Lehrer aus dem Land Braunschweig zwischen Weimarer Republik und Nachkriegszeit, in: Frank Ehrhardt (Herausgeber im Auftrag des Arbeitskreises Andere Geschichte e. V.): Lebenswege unter Zwangsherrschaft. BeitrĂ€ge zur Geschichte Braunschweigs im Nationalsozialismus, Appelhans Verlag, Braunschweig, 2007, ISBN 978-3-937664-59-0, S. 80
cite-note-2020. â Heinrich Rodenstein: Saargebiet
cite-note-2121. â Heinrich Rodenstein: Domanialschulen
cite-note-2222. â Bundesarchiv Koblenz: Nachlass Hermann Ebeling, Lebenslauf von 1941, Bestand N 1374/20. In der Akte befindet sich auch eine Bescheinigung des Leiters der Abteilung fĂŒr allgemeine Bildung der französischen Staatsminen des Saarlandes vom 31. Januar 1935, ausgestellt in SaarbrĂŒcken, die Ebelings Einsatz als âVertretungslehrer an den von Frankreich im Saarland durch den Vertrag von Versailles eröffneten Schulenâ bestĂ€tigt.